Sind Katzen Raubtiere?
Auch wenn man beim Anblick einer Haus- oder Rassekatze nicht als erstes an ein Raubtier denkt, Wildkatzen und unsere Hauskatzen sind geborene Räuber.
Die meisten Haustiere sind niedlich, werden beschmust und gelten als lieb und zutraulich. Dennoch darf man die Herkunft der Tiere nicht leugnen und sollte sich hin und wieder ins Gedächtnis rufen, dass einige Arten, auch wenn diese über Generationen an den Menschen gewöhnt sind, dennoch Raubtiere sind.
Warum Katzen Raubtiere sind
Nicht nur die wilden Arten, wie Tiger, Löwe, Gepard oder der Leopard, sind Raubkatzen. Auch die Hauskatze und ihre unterschiedlichen Rassen sind wahre Raubtiere und sollten auch so behandelt werden. Dazu gehört neben der artgerechten Ernährung (speziell bei Katzen hauptsächlich Fleisch) auch die Berücksichtigung des Spiel- und Bewegungsdrangs. Doch was macht die Hauskatze zum Räuber?
Anatomie: Katzen besitzen einen geschmeidigen Körper, der sie sehr beweglich und schnell macht. Innerhalb kürzester Zeit können sie unheimlich viel Kraft abrufen und sofort reagieren. Katzen sind eher Sprinter als Ausdauerläufer und schlagen in freier Wildbahn blitzschnell zu, wenn es um das Jagen ihrer Beute geht. Ihr Schwanz stabilisiert die Katzen nicht nur bei Kletterpartien, sondern hält sie generell bei Bewegungen im Gleichgewicht.
Augen: Katzenaugen sind wie für die Nacht geschaffen und ermöglichen dem Tier bei Dunkelheit oder in der Dämmerung eine sehr gute Sicht. Die reflektierende Schicht hinter der Netzhaut spiegelt das Licht wieder, wodurch das Licht ein zweites Mal auftrifft und eine verbesserte Sicht bei schlechtem Licht erreicht wird. Zudem haben Katzen ein Sichtfeld von über 200 Grad. Wer seine Katze beim Spielen beobachtet, weiß auch, dass sie wirklich fokussiert sind. Katzen blinzeln nur äußerst selten und verlieren ihr Ziel nicht aus dem Auge.
Gehör: Katzen verfügen über ein ausgezeichnetes Gehör. Sie können ihre Ohrmuscheln getrennt voneinander recht weit drehen und so leichter Beute oder Bewegungen von Feinden aus verschiedenen Richtungen ausmachen, ohne dabei den Kopf zu bewegen.
Zunge: Jeder kennt die raue Katzenzunge, die unsere Haustiere hauptsächlich zum Putzen ihres Fells einsetzen. Evolutionsbiologisch dient die raue Zunge jedoch auch zum Abschaben des Fleisches von den Knochen der Beute, wodurch allein die Zunge der Katze diese als Raubtier auszeichnet.
Krallen: Die sichelförmigen und scharfen Krallen dienen der Katze nicht nur zum Klettern, sondern auch zum Festhalten ihrer Beute. Aber auch zur Verteidigung sind die Krallen eine perfekte Waffe und können sowohl Gegner als auch die Beute stark verletzten. Um sich an ihre Beute anzuschleichen, können Katzen ihre Krallen einziehen und laufen dann in langsamen Tempo nahezu geräuschlos.
Zähne: Katzen haben das typische Gebiss eines Raubtieres. Ihre spitzen und langen Eckzähne dienen zum Halten und zum Töten der Beute, während ihre Reißzähne zum Abbeißen verwendet werden. Diese sind ebenfalls recht spitz und gleiten beim Zubeißen aneinander vorbei und treffen nicht aufeinander, denn Katzen zerkleinern ihre Beute nicht weiter, wie zum Beispiel bestimmte Säugetiere oder der Mensch mit seinen Mahlzähnen.
Schnurrhaare: Die sogenannten Tasthaare bzw. Vibrissen sind der 6. Sinn der Katzen und dienen ihr als erweitertes Sehen durch Luftbewegungen, vor allem in der Dunkelheit, die die Katze so besser wahrnimmt. Die Tasthaare sitzen nicht nur an der Schnauze, sondern auch über den Augen und sind mit zahlreichen Nervenbahnen verbunden. Neben dem Aufspüren der Beute kann die Katze auch beim Fang und dem oft verbundenen Nackenbiss so leichter erkennen, ob das Beutetier noch lebt.
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